Faktura-Glossar: Begriff "Faktura"

Faktura

Kurzbeschreibung Faktura:

Eine Faktura ist eine Rechnung, die im Geschäftsverkehr zum Beleg von erbrachten Warenlieferungen und Dienstleistungen erstellt wird und die daraus resultierende Geldforderung enthält. Die Faktura bedarf bestimmter Inhalte, während nach deutschem Steuerrecht die Form nicht vorgeschrieben ist. Die Inhalte der Faktura entsprechen der jeder Rechnung, die Begriffe sind synonym, auch wenn der Begriff der Faktura eher im B2B-Bereich angewendet wird und sich stark auf Formalien bezieht, die steuerrechtlich bedeutsam sind. Der § 14 des deutschen Umsatzsteuergesetzes definiert die Faktura als dasjenige Dokument, mit dem über Lieferungen und Leistungen abgerechnet wird. Maßgebend für die Inhalte hinsichtlich des Umsatzsteuerrechtes ist die Umsatzsteuerdurchführungsverordnung mit ihren §§ 31 bis 34.

Ausführliche Fachbeschreibung:

Die Faktura kann als elektronisches oder als Papierdokument erstellt werden. Die enthaltenen Angaben sind die Leistung in ihrer Art, Menge und mit ihrem Preis, das Rechnungsdatum, die Zahlungsbedingungen inklusive Bankverbindung und die Adresse des Rechnungsausstellers mit genauer Firmierung und Angabe der Steuernummer (Umsatzsteuer-ID oder konventionelle Steuernummer in der Form xxx/xxx/xxxxx). Nur in entsprechender Form wird die Faktura vom Finanzamt steuerlich anerkannt. Diese Rechnungsausstellung wird als Fakturierung bezeichnet.

Innerhalb der Faktura gibt es auch Proformarechnungen, die keine Zahlungsaufforderung an den Empfänger enthalten. Bei kostenlosen Lieferungen infolge von Kulanzleistungen, auch für die Nachweiserbringung bei innergemeinschaftlichen Verbringungen werden solche Proformarechnungen erstellt, die ebenfalls nach den Vorschriften der Faktura erstellt werden, bis auf die fehlende Zahlungsaufforderung. Durch die Faktura werden die beschriebenen Rechtsverpflichtungen nicht begründet, diese entstehen durch Verträge und Leistungen. Auch für den Nachweis der erbrachten Leistung, mithin die Zahlungspflicht des Käufers, bedarf nach deutschem Schuldrecht im Grunde nicht der Faktura, allerdings ist diese bei Streitigkeiten für die Belegführung in jedem Fall vorteilhaft.

Vorschriften für die Steuerabrechnung

Für Steuerabrechnungen wiederum sind die Inhalte (nicht die Form) der Faktura genau vorgeschrieben, zur steuerlichen Anerkennung zum Beispiel des Vorsteuerabzugs bedarf es der Faktura. Für die im Handelsverkehr gewöhnlichen Geschäftsvorgänge nutzen allerdings beide Seiten, Verkäufer und Käufer, ebenfalls die Faktura als Grundlage für das Nachvollziehen der stattgefundenen Transaktionen. Sie kann für Käufer bei der Inanspruchnahme von Garantieleistungen Relevanz erlangen, je nachdem wie die Garantiebedingungen formuliert sind. Das Zivilrecht hat das Ausstellen einer Rechnung allerdings nicht ausdrücklich geregelt, im Gegensatz etwa zum Ausstellen einer Quittung, die nach § 368 BGB vorgeschrieben ist. Dennoch dient die Faktura bei zivilrechtlichen Auseinandersetzungen zum Beleg des Verzuges eines Schuldners. Der Verzug ist nach § 286 BGB mit dem Nichtzahlen binnen der ersten 30 Tage nach Eingang der Rechnung definiert.

Im B2B-Verkehr geht man automatisch und stillschweigend von der Kenntnis dieses Rechtsmechanismus´ aus, private Verbraucher müssen darauf hingewiesen werden. Aus diesen juristisch teilweise unterschiedlichen Standpunkten ergibt sich - im Zusammenhang mit den steuerlichen Vorschriften - der Vorzug und oftmals die Notwendigkeit einer ordnungsgemäßen Faktura.