Faktura Ratgeber: Faktura-Software als Open Source

Faktura-Software als Open Source
Faktura-Software wird wie andere Lösungen auch als Open Source entwickelt, das heißt als lizenzfreie Software, deren Quellcode offen liegt und an deren Entwicklung sich jeder beteiligen kann. Im Gegensatz zu anderen Programmen, beispielsweise vtiger für CRM, sind die Ansätze bislang rarer gesät, es sind Einzelentwickler und kleine Teams, die den Bereich Faktura vorantreiben. Dafür wird die Software auch als Freeware vergeben. Sie wird in der Cloud entwickelt,

Technisches Know how ist gefragt

Wer also als technisch versierter Freelancer, Einzelunternehmer oder kleines Unternehmen bislang noch seine Rechnungen mit Excel und Word verwaltet, kann solche Lösungen für sich nutzen. Der Vorteil: Die Software ist (bislang) meist kostenlos nutzbar, darüber hinaus als Cloud-Projekt von überall her verfügbar. Der Nachteil: Die Lösungen sind teilweise unausgereift. Und sie setzen einigen persönlichen technischen Sachverstand voraus.

Ein Beispiel: Bamboo Invoice

Als Beispiel soll Bamboo Invoice dienen, ein Einzelprojekt des Entwicklers Derek Allard. Es gibt ein Google-Codeprojekt, aber bislang keine Inhalte. Die Faktura-Software wird im Web installiert, der Anwender benötigt PHP 5 und eine MySQL-Datenbank. Falls diese nicht vorhanden ist, werden Treiber für ODBC, MSSQL, SQLite, Postgre oder OCI8 mitgeliefert, damit können die benötigten Datenbänke installiert werden. Für die Generierung von PDF-Dateien, unerlässlich bei Faktura (wegen der vorgeschriebenen Aufbewahrung von fälschungssicheren Rechnungen) benötigt der Anwender eine Installation der DOM-Extension. Die Faktura-Software Bamboo Invoice unterstützt insgesamt 10 europäische Sprachen, auch Deutsch, die Übersetzung wird als so lala bezeichnet. Zu installieren ist das Programm hingegen sehr leicht, es sind nur zwei Konfigurationsdateien mit den Datenbanken und der URL des Anwenders zu verknüpfen, den Rest übernimmt ein Installer. Es kann dann mit der Faktura- Software gearbeitet werden, die Features sind bislang Adress-Eingabe, Währung, Steuersatz, Rechnungsverwaltung, Kundenverwaltung, offene Posten. Ein CodeIgniter-Framework sorgt für eine laufende Optimierung mit der Weiterentwicklung des Open Source Projektes, das heißt, wenn neue Features bereitstehen, können diese wahrscheinlich als Add-on oder Plug-in heruntergeladen werden - eine ähnliche Lösung gibt es bei vtiger.

Vorteile

Das System wird als geschmeidig und elegant bezeichnet, darüber hinaus soll es sehr schnell sein. Es ist voll funktionsfähig, Rechnungsdaten können an den Steuerberater weitergegeben werden, eine gesamte Datenbank kann up- und downgeloaded werden. Ein Autoupdater sorgt für die permanente Aktualisierung des Systems, das heißt, wenn eine Rechnung einmal erfasst ist, kann sie ständig erneuert und bearbeitet werden. Auch Berichtsfunktionen sind enthalten, Umsätze sind auf einer Zeitleiste grafisch darstellbar, Statistiken sind für verschiedene Zeiträume, zum Beispiel Quartale, darstellbar.

Nachteile

Die Umsatzsteuer-Voranmeldung nimmt das System noch nicht automatisiert vor, was allein an der Funktionalität für die Rechnungsausgänge liegt. Die Berichtsfunktion lässt sich nicht auf Monate herunterbrechen, wer monatlich die Umsatzsteuer zahlt, kann das System nicht mehr nutzen, jedenfalls nicht für die Umsatzsteuer. Eine Artikelverwaltung gibt es ebenfalls nicht, Artikel müssen stets neu von Hand eingegeben werden. Auch eine Benutzerverwaltung fehlt, ebenso kann Bamboo keine Signaturen verarbeiten, die Voraussetzung für die elektronische Rechnungsübermittlung. Das sind allerdings wesentliche Features für ein Faktura-System. Andere Systeme im Open Source Bereich sind ähnlich aufgebaut, amibitioniert, aber nicht völlig ausgereift.

Fazit

Im sensiblen Bereich der Faktura bedarf es ausgereifter Lösungen. Open Sources sind möglicherweise in zufriedenstellender Weise etwa ab Mitte 2012 zu erwarten.